Justice or else! – Stabile Hip Hop Kneipe

Während das Dub Café in der Winterpause ist, heizen wir euch bei „Justice or else! – Stabile Hip Hop Kneipe“ mit dicken Beats aus der Basskanone ein.
Von korrektem Deutschrap und internationalen Bars für Gerechtigkeit beatboxen wir Faschismus, Kapitalismus, Sexismus usw. an die Wand und zelebrieren kritische Stimmen, Straßenpoesie, Farbverbrecher*innen und certified Floormelter. Es gibt kalte Getränke und einen warmen Platz an der Theke.JUSTICE OR ELSE…!

Ab sofort jeden vierten Mittwoch im Monat ab 21 Uhr

Alles neu – nur ohne uns!

Die Neue Osnabrücker Zeitung veröffentlichte am 19. Juli ein Interview mit Martin Wüst, einem unserer Vermieter (1). Mit diesem Interview bricht Wüst die Vereinbarung, dass es vor Presseveröffentlichungen jeglicher Art,  die uns gegenseitig betreffen, vorherige Absprachen gibt. Dieses Interview und damit die Entwicklung der „Kulturlandschaft“ Osnabrücks und unserer Zukunft, können wir nicht unkommentiert lassen.

Zur Vorgeschichte
Martin Wüst, der sich oft selbst als Retter der (Osnabrücker) Kultur versteht, ist einer der drei Beteiligten der WLH (Wüst, Loehr, Hefti) Gesellschaft, die 2015 für mehrere Millionen € das gesamte Areal zwischen Dammstraße und Frankenstraße gekauft hat. Mit dem Kauf nutzten sie eine Sonderkündigungsklausel unseres Mietvertrages von 2009 und kündigten unseren Vertrag. Hiermit ging gleichzeitig die Botschaft an uns, dass wir gerne bleiben könnten, wenn wir monatlich 700€ mehr Miete zahlen würden. Zähneknirschend gingen wir auf das Angebot ein und unsere monatliche Miete erhöhte sich auf fast 4.000€. Viel Geld für ein heruntergekommenes Gebäude mit oft Wasser im Keller und maroder Bausubstanz. Diese hohe Miete konnten wir, mit pandemiebedingten Pausen und inzwischen beglichenen Rückständen, über 12 Jahre ohne Unterbrechung zahlen.

Nach dem neuen Vertragsabschluss verkündete Wüst in der NOZ: „Gute Nachricht für die Osnabrücker Subkulturszene: Der Mietvertrag des alternativen, selbstverwalteten „SubstAnZ“- Zentrums an der Frankenstraße ist Ende vergangenen Jahres um fünf Jahre verlängert worden.“ (2) Von der Pistole auf der Brust und der folgenden Mieterhöhung war da natürlich keine Rede. Auch im aktuellen Interview (NOZ-Artikel) schildert Wüst nur die halbe Wahrheit. Dort heißt es: „2024 läuft außerdem der Mietvertrag für das aktuell vom selbstverwalteten Zentrum „SubstAnZ“ genutzte, mehrgeschossige Gebäude an der Frankenstraße neben dem Brücks aus. „Auch hier gibt es schon Ideen“, macht Wüst deutlich.“ Zu der Wahrheit gehört aber auch, dass unser Mietvertrag nur ausläuft, weil er nicht verlängert wird. Für uns ist es aus mehreren Gründen eine realistische Option, weiter im Gebäude verbleiben zu wollen: erstens mangels Alternativen und zweitens, weil wir uns dort 12 Jahre lang etabliert haben und ein fester Bestandteil der regionalen und überregionalen Kulturszene geworden sind. Das SubstAnZ wurde bereits zweimal mit dem „Deutschen Spielstätten Preis“ ausgezeichnet,  als besonderer und herausragender Ort mit mehr als 50 Konzerten im Jahr.
Neben der kulturellen Bereicherung der Stadt ist das SubstAnZ ein fester Ort für politisches und gesellschaftliches Engagement. Nirgendwo sonst in der Stadt können sich politische Gruppen so frei treffen und entwickeln wie bei uns. Selbst in den städtischen Jugendzentren wird eine Miete verlangt und die Treffen sind an die Öffnungszeiten gebunden. Auch aus der Osnabrücker Jugendkultur ist das SubstAnZ nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig finden bei uns um Rahmen der Jugendkulturtage Veranstaltungen, wie Selbstbehauptungskurse, Graffiti- oder Siebdruckworkshops statt. Auf unserem Hof gibt es einige der wenigen Open-Walls in Osnabrück, also ein Ort,  an dem sich Graffitikünstler*innen legal ausprobieren können. Das SubstAnZ ist oft der Ort, an dem sich junge Menschen treffen, die sich in keinem Angebot der Jugendkultur wiederfinden können. Durch das vielfältige und professionelle Engagement unserer Nutzer*innen praktizieren wir ehrenamtliche Streetwork und elementare Sozialarbeit dieser Stadt. 

Viel hat Wüst in seinem Leben als Gastronom schon versucht und ist oft gescheitert. Jeder Mensch der Osnabrücker Kultur- und Gastroszene kennt seine Geschichte. Doch zumindest das Vermietersein funktioniert. Dafür muss man nicht viel können, außer das notwendige Kapital zu haben und da hat der mit seinen Mitgesellschaftern die Richtigen gefunden. 
Wenn Wüst jetzt von seinem „Revival des Kulturhof-Konzepts“ träumt, dann bedeutet das auch, dass dieser Traum nur in Erfüllung gehen kann, wenn bestehende Kultur verdrängt wird. Kultur zählt in den Augen mancher Menschen, so wie unserer Vermieter, eben nur, wenn sie kommerziell ausgenutzt werden kann. Kundschaft, die nicht zahlungskräftig ist oder an anderen Orten keinen sicheren Raum findet, um Freizeit- und Kulturangebote wahrzunehmen, wird vergessen und aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Wie gering Orte wie das SubstAnZ geschätzt werden, sieht man eben nicht nur an den Fakten, dass uns die Räumlichkeiten genommen werden, für die wir schon horrende Summen an Miete zahlen, sondern auch an der Art, wie mit uns kommuniziert wird.
Auf der anderen Seite des Bahndamms wird in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil entstehen, das sogenannte Lok-Viertel auf dem ehemaligen Güterbahnhof. Doch hier wurden, nicht überraschend, die Weichen von einigen wenigen Kapitaleigner*innen gestellt, bevor die Menschen sich einbringen konnten, die diese Stadt wirklich ausmachen. Hierbei hat auch die Stadt es versäumt, (unkommerzielle) Kultur und Räume, an denen öffentliches Leben abseits von Konsum stattfindet, zu schützen.

Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es überall Freiräume gibt. Osnabrück braucht SubstAnZ!

Wir freuen uns immer solidarische Menschen, Mitgestalter*innen des SubstAnZ, Unterstützung jeglicher Art – auch auf der Suche nach einem neuen Zuhause.


(1) NOZ 19.7.22: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/multifunktionshalle-fuer-bis-zu-2000-gaeste-in-osnabrueck-denkbar-42555659
(2) NOZ: 21.1.2016: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/neuer-vertrag-fuer-das-substanz-perspektiven-fuer-alternative-clubszene-in-osnabrueck-23437831

same procedure, same shit

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen und die neue Corona-Verordnung hat sich das Plenum des SubstAnZ dazu entschieden, dass bis auf weiteres keine Konzerte und Parties im Haus stattfinden werden.

Cafés, Kneipen, Vorträge und vergleichbare Veranstaltungen sind unter den jeweils geltenden Vorschriften weiterhin möglich. Die Veranstalter*innen können, in Eigenregie und unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen, selbstständig entscheiden ob diese stattfinden sollen. Achtet auf Ankündigungen der jeweiligen Veranstaltungen. Hier kann es jederzeit zu kurzfristigen Absagen oder Änderungen kommen.

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Es geht wieder los…

Wir sind unbeschreiblich glücklich darüber, dass wir die Scheisszeit bis jetzt relativ gut überstanden haben und wagen ein paar Öffnungsschritte.

In den letzten Wochen wurden umfangreiche Hygienekonzepte für unterschiedliche Veranstaltungsarten erstellt, intern getestet und nun umgesetzt.
Sicherlich nehmt Ihr dabei zur Kenntnis, dass diese teilweise umfangreicher ausfallen als dieses gesetzlich vorgeschrieben ist und wie wir sie in anderen Locations beobachten und erleben. Wir wissen, dass dieses manchmal etwas schwer zu vermitteln ist und möchten dazu ein paar Zeilen los werden.

Das SubstAnZ ist ein Raum gelebter Solidarität. Wir nehmen die Pandemie ernst und wir wissen, dass sie in erster Linie Menschen besonders schwer trifft, die es eh nicht leicht haben. Das betrifft auch den Zugang zu Impfstoffen. Wir werden erst zur Normalität zurückkehren wenn auch unsere Besucher*innen und Nutzer*innen ausreichend die Möglichkeit hatten sich impfen zu lassen. Wir möchten, dass sich alle Menschen bei uns gleich wohl und vor allem sicher fühlen und so gelten bei uns andere Maßstäbe als vor unserer Tür. Das war schon immer so und so ist es gerade im Moment besonders. Wir wissen, dass Ihr genau das an unserem Haus schätzt und gehen gleichzeitig davon aus, dass Ihr unsere Entscheidungen mittragt und unterstützt.

In jeder zukünftigen Veranstaltung wird es Hinweise zum entsprechendem Hygienekonzept geben. Bitte nehmt diese Hinweise ernst und unterstützt uns dabei . Je umsichtiger wir mit der anhaltenden Pandemiesituation umgehen, desto länger wird es möglich sein Veranstaltungen durchzuführen. Wir sind auf diese angewiesen.

Los geht’s bei uns damit, dass wir unsere wöchentlichen Plena wieder als Präsenzveranstaltung durchführen möchten. Das Plenum finden bei gutem Wetter im Hof statt.

Der Testlauf für öffentliche Veranstaltungen beginnt am Sonntag den 18. Juli um 15 Uhr mit einer Veranstaltung zum spanischen Bürgerkrieg

Außerdem könnt Ihr unserem Kalender entnehmen, dass wir dabei sind vorsichtig auch andere Veranstaltungsarten zu planen und wissen natürlich, dass diese Planungen auf dünnem Eis stehen. Lasst uns gemeinsam hoffen.

Auf bald! Live und in Farbe!
Euer SubstAnZ

Wir Leben noch…

Hey ihr Lieben,
was sollen wir sagen..? Wir sind noch da. Das ist ja schonmal gut.

Dennoch zieht sich diese elende Pandemie, auch in diesem Jahr noch, schlimmer als jedes Kaugummi. Ja, es gibt einen kleinen Silberstreif am Horizont, denn die Zahlen bessern sich langsam etwas und es geht endlich auch mit den Impfungen voran. Das macht Hoffnung, die wir alle echt gebrauchen können. Was uns das für die nächsten Monate bringt kann, steht allerdings noch in den Sternen. Eine reguläre Öffnung war leider auch im letzten Sommer, unter wesentlich günstigeren Bedingungen, nicht möglich. Wenige Biergarten-Abende in kleinem Rahmen an der frischen Luft waren schon echte Highlights mit euch. Wann es sowas wieder geben kann ist aber leider noch überhaupt nicht absehbar.

Wie schon in unserem letzten Posting beschrieben, gehen Fixkosten und viel Orga-Arbeit aber die ganze Zeit weiter. Wir bekommen nach wie vor keine reguläre staatliche Unterstützung. Wir haben versucht alles zu beantragen was möglich war, nicht alles war erfolgreich.
Dafür haben wir aber eine grosse Welle von Solidarität und Spenden aus unserem Umfeld erlebt. Nochmal ein dickes Dankeschön dafür! ❤ Eure Spenden und Mitgliedsbeiträge retten uns echt den Arsch. Leider sieht es so aus als ob das noch ne Weile so bleiben wird, daher: Support SubstAnZ!

Ihr könnt uns am besten unterstützen wenn ihr in unserem Verein Mitglied werdet. Das sind für uns derzeit fast die einzigen, festen, kalkulierbaren Einnahmen mit denen wir arbeiten können um durch diese schwere Zeit zu kommen. Je mehr Mitglieder umso besser und ihr seid so noch näher am SubstAnZ. Tretet ein und mobilisiert auch eure Bande einzutreten und uns so aktiv zu unterstützen.
Alle Infos dazu und das Formular findet ihr hier. Einfach eben ausfüllen und per Post schicken oder persönlich einwerfen.
Wenn euch eher eine direkte Spende möglich wär findet ihr die Infos auch dort.

Teilt diesen Aufruf gerne. Das SubstAnZ braucht euch!
..immer schon, und jetzt noch viel mehr.

Ein kleines Lebenszeichen von euerm SubstAnZ

Seit Anfang März 2020 ist unser SubstAnZ nun geschlossen und es ist Zeit für ein kleines Lebenszeichen.

Das letzte einigermaßen normale Plenum fand am 4. März 2020 statt – also vor fast exakt neun Monaten – und natürlich war auch da schon der Umgang mit diesem neuen Virus Thema. Wir haben versucht, die spärlichen Informationen über Übertragungswege usw. im Hinblick auf unseren Betrieb zu bewerten und uns bereits fast zwei Wochen vor dem gesetzlichen Lockdown dazu entschieden, unseren öffentlichen Betrieb einzustellen. Eine Entscheidung, die rückblickend absolut richtig war, denn ein gut besuchtes Konzert und eine Bassbar standen unmittelbar bevor und jede*r weiss, was es für ein eigentlich schönes Getümmel dann bei uns herrscht.

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