Ein kleines Lebenszeichen von euerm SubstAnZ

Seit Anfang März 2020 ist unser SubstAnZ nun geschlossen und es ist Zeit für ein kleines Lebenszeichen.

Das letzte einigermaßen normale Plenum fand am 4. März 2020 statt – also vor fast exakt neun Monaten – und natürlich war auch da schon der Umgang mit diesem neuen Virus Thema. Wir haben versucht, die spärlichen Informationen über Übertragungswege usw. im Hinblick auf unseren Betrieb zu bewerten und uns bereits fast zwei Wochen vor dem gesetzlichen Lockdown dazu entschieden, unseren öffentlichen Betrieb einzustellen. Eine Entscheidung, die rückblickend absolut richtig war, denn ein gut besuchtes Konzert und eine Bassbar standen unmittelbar bevor und jede*r weiss, was es für ein eigentlich schönes Getümmel dann bei uns herrscht.
Jede*r von uns hat die darauf folgenden Wochen unterschiedlich erlebt. Oft waren sie von Verunsicherung und Ängsten geprägt. Persönliche Bedürfnisse und die Bewältigung der Krise standen und stehen bei den meisten Menschen nachvollziehbar im Vordergrund. Mit der Schließung unserer Räume haben wir ermöglicht, dass hierfür (hoffentlich) ausreichend Raum vorhanden war. Nichtsdestotrotz musste und muss auch bei uns eine Grundstruktur weiterhin vorhanden sein. Rechnungen mussten bezahlt, das Haus gelüftet, die Haltbarkeit von unseren gelagerten Getränken  gesichtet werden und wir mussten deren Abverkauf organisieren –  und schließlich mussten auch wir uns als Zentrum und Projekt um existentielle Sorgen kümmern. Unsere kompletten Einnahmen sind selbst erwirtschaftet. Wir wurden noch nie direkt durch öffentliche Gelder gefördert. Eine Tatsache, die uns immer die größte Unabhängigkeit ermöglicht hat, aber natürlich stets eine angespannte Finanzlage zur Folge hatte. Immer schon – dann kam die Pandemie und sämtliche Einnahmen durch Veranstaltungen fielen von heute auf morgen weg. Veranstaltungen waren immer eines unserer existentiellen Standbeine. Was übrig blieb waren zum Glück die regelmäßigen Beiträge der Mitglieder unseres Trägervereins, ein paar Untervermietungen, unsere Ersparnisse und so haben wir bis heute überlebt.

In den letzten 9 Monaten haben wir große Solidarität erfahren. Es gab mehrere Groß- und Kleinspenden einzelner Mitglieder des Trägervereins. Aber es gab auch Spenden von Menschen und sogar Firmen von denen wir noch nie zuvor etwas gehört haben; einfach, weil sie unseren Fortbestand als so erstrebenswert ansehen, dass sie uns unterstützt haben. Einige Mitglieder mussten leider ihre Mitgliedschaft beenden, weil die finanzielle Situation zu angespannt war. Andere Mitglieder haben ihren Monatsbeitrag dafür erhöht. Für all diese Unterstützung sagen wir Danke!

Wir müssen im Normalbetrieb etwa 4.000€ monatlich aufbringen um die laufenden Kosten zu decken. Der weit größte Teil davon geht an unsere Vermieter. Auch mit ihnen mussten in den letzten Monaten teilweise belastende Gespräche geführt werden und wir konnten eine einigermaßen existenzsichernde Lösung finden. Außerdem haben wir versucht, Corona-Soforthilfen zu bekommen. Obwohl wir verschiedenste Anträge gestellt haben, haben wir nur zu Beginn der Pandemie einmalig eine Unterstützung erhalten. Diese ist längst aufgebraucht. Der Antrag auf „Unterstützung für gemeinnützige Kulturvereine“ wurde abgelehnt, da wir angeblich nicht zu den unterstützungswürdigen Empfänger*innen gehören würden. Wir haben in den letzten Jahren zweimal den bundesweiten Applauspreis für unser herausragendes kulturelle Engagement erhalten – warum das Land Niedersachsen jetzt meint, wir wären nicht unterstützungswürdig, bleibt uns ein Rätsel. Hier halten wir eine politische Einflussnahme für moglich.

Wir haben unbeschreibliche Sehnsucht nach ein paar Getränken am Tresen, nach Tanzen zu geiler Musik, am Zusammensein mit unseren Freund*innen und natürlich haben wir großen Bedarf am Zusammenkommen, um über verschiedene politische Themen zu diskutieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Die Notwendigkeit der Arbeit der vielen Gruppen, die unser Haus nutzen, ist so hoch wie noch nie. Die Zustände um uns herum waren schon immer scheiße und die Pandemie hat vieles noch verschlimmert.

Wir wissen nicht, wie lange unser Haus noch geschlossen bleibt und wir wissen nicht, ob wie die Zeit überstehen. Aber wir sind optimistisch. Besonders da wir wissen, dass es viele Sympathisant*innen gibt, die uns in dieser schwierigen Zeit unterstützen.
Wir hoffen darauf, dass Ihr, unsere Freund*innen und Familien gesund bleiben und niemand ernsthaft erkrankt. Wir tragen unseren Teil dazu bei, dass das so bleibt.

Wir sehen uns…
Euer SubstAnZ

Nachruf: Mach es gut, Hante!

Am 15.09.2020 ist ein langjähriger Begleiter des SubstAnZ, unser Freund Hante, verstorben.

Wann immer die Gesundheit es zugelassen hat, war Hante Teil von Konzertveranstaltungen und Kneipenabenden. Oft genug war er der Letzte an der Theke. Hante liebte die Musik und ließ sich in seinem Musikgeschmack nicht einschränken. Es gab vieles, was ihm musikalisch gut gefiel und er konnte komplett in ein Lied versunken alles um sich herum ausblenden. Unzählige Kickermatches und gemeinsame Abende werden uns stets in Erinnerung bleiben.
Hante war ein streitbarer Genosse, aber stets mit der Größe sich auch Fehler eingestehen zu können.

„Ich geh schon, ich geh schon“ – Niemals geht mensch so ganz!

Du fehlst und wir werden dich vermissen, aber wir sehen uns irgendwann am Tresen wieder. Und selbst, wenn das bei uns noch ewig dauern sollte, haben wir keine Sorge, denn Hante wird auch dann noch am Tresen sitzen.

Auf Hante!

Das SubstAnZ bleibt weiterhin und bis auf Weiteres geschlossen

Es bedarf gerade nicht vieler Worte:

Das SubstAnZ bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Wir rufen Euch auf, Euch solidarisch zu verhalten. Dazu gehört, soziale Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren und dazu gehört anderen Menschen zu helfen. Wenn Ihr Euch dazu in der Lage fühlt, wendet Euch an die vielen ehrenamtlichen Selbsthilfestrukturen. Für die Stadt Osnabrück organisiert die Freiwilligen Agentur das ehrenamtliche Engagement. Hier gibt es auch Unterstützung sofern Ihr selber Hilfe benötigt.
Zur Solidarität gehört aber auch das Fenster zu öffnen, über den Tellerrand zu blicken und da zu handeln wo es notwendig erscheint und ist. Diese Krise trifft nicht uns als Einrichtung am schwersten sondern Menschen, die auch schon vorher in schwierigen Situationen waren. Corona ist auch ein politisches Thema.

Eure Mitgliedsbeiträge an unseren Trägerverein sind gerade fast unsere einzigen Einnahmen. Trotzdem möchten wir erneut auf die Möglichkeit hinweisen, dass Ihr die Möglichkeit habt unkompliziert Euern Mitgliedsbeitrag zu reduzieren oder auszusetzen, sofern Ihr finanziell in einer angespannten Lage seid. Wendet Euch hierfür an die Mitgliederverwaltung.

Sollten in den Kalendern oder in sozialen Netzwerken noch Termine ins Auge fallen die nicht abgesagt wurden, so sind diese hinfällig.

Bleibt gesund!
Bleibt solidarisch!
Bleibt zuhause!

Euer SubstAnZ

SubstAnZ bleibt geschlossen

Aufgrund der aktuellen Situation fallen alle Veranstaltungen im SubstAnZ bis mindestens zum 30. April 2020 aus.

Das betrifft die geplante Mitgliederversammlung des FrAZ e.V. am 30. März, alle Plena, Kneipen, Cafes, den veganen Mitbringtreff, Bürozeiten und natürlich alle bis dahin terminierten Konzerte oder Partys.

In wichtigen Fällen erreicht Ihr uns unter folgenden Mailadressen:
kontakt@substanz-os.de
Kassengruppe: kasse@substanz-os.de
Mitgliederverwaltung: mitglieder@substanz-os.de

Wir möchten Euch darauf hinweisen, dass unser Trägerverein Euren Mitgliedsbeitrag für eine bestimmte Zeit aussetzen oder reduzieren kann, solltet Ihr Euch in einer finanziell schwierigen Situation befinden. Dieses kann formlos und schnell erfolgen. Lieber diesen Weg wählen als, dass für Euch und uns Kontogebühren i.H.v. 5,-€ für eine nicht getägte Lastschrift erhoben werden. Bitte wendet Euch an die Mitigliederverwaltung und/oder die Kassengruppe.

Wir werden versuchen Euch über die bekannten Kanäle regelmäßig einen aktuellen Stand mitzuteilen. Sollten in den Kalendern oder in sozialen Netzwerken noch Termine ins Auge fallen die nicht abgesagt wurden, so sind diese für den genannten Zeitraum hinfällig.

Bleibt gesund!
Bleibt solidarisch!
Bleibt zuhause!

Euer SubstAnZ

Solidaritätserklärung des SubstAnZ Osnabrück mit dem Alhambra Oldenburg und der kurdischen Freiheitsbewegung

Am gestrigen Mittwoch, den 23. Mai 2018 durchsuchte die Polizei das selbstverwaltete Zentrum Alhambra in Oldenburg. Als Vorwand, um in linke Strukturen einzudringen, nutze die Polizei das angebliche Zeigen eine YPG Fahne auf der traditionellen Demonstration am 1. Mai in Oldenburg. Heute findet in Oldenburg am 17.30 Uhr eine Demonstration statt.

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