{"id":2505,"date":"2024-09-09T10:06:43","date_gmt":"2024-09-09T08:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.substanz-os.de\/?p=2505"},"modified":"2024-09-09T12:12:12","modified_gmt":"2024-09-09T10:12:12","slug":"pressemitteilungen-zur-besetzung-in-der-frankenstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.substanz-os.de\/?p=2505","title":{"rendered":"Pressemitteilungen zur Besetzung in der Frankenstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Nacht zum 07.09.2024 haben Aktivist:innen unser ehemaliges Haus an der Frankenstra\u00dfe besetzt. Wir als SubstAnZ solidarisierten uns mit der Besetzung. Hier unsere Pressemitteilungen dazu:<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung der Besetzer*innen vom 07.09.2024 (Dokumentation):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besetzung des ehemaligen Autonomen Zentrums SubstAnZ \u2013 Gegen Verdr\u00e4ngung und f\u00fcr antifaschistische Freir\u00e4ume<\/p>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck, 07.09.2024 \u2013 Seit Freitagnacht besetzen Aktivist*innen das Haus SubstAnZ in Osnabr\u00fcck, um gegen die Verdr\u00e4ngung und Kommerzialisierung st\u00e4dtischer R\u00e4ume zu protestieren. \u201eWir nehmen uns den Raum, den wir brauchen\u201c, erkl\u00e4rt eine Sprecherin der Gruppe. \u201eDas SubstAnZ war seit 15 Jahren ein wichtiger politischer und kultureller Treffpunkt. Jetzt wurde es verdr\u00e4ngt und wir stehen ohne Alternative da. Das akzeptieren wir nicht! Eine Stadtgesellschaft braucht gerade in Zeiten des Rechtsrucks antifaschistische Freir\u00e4ume. Doch die Stadt Osnabr\u00fcck zeigt keinerlei Interesse, solche R\u00e4ume zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Besetzenden ist das Haus mehr als ein Ort. \u201eHier machen wir gemeinsam Politik, lernen voneinander und kn\u00fcpfen Freundschaften. Nun soll dieser Raum kommerziellen Interessen weichen, und damit verlieren von der Stadt marginalisierte Menschen einen sicheren Ort\u201c, erkl\u00e4rt die Gruppe weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Ziel ist es, Freir\u00e4ume zu sch\u00fctzen, die den Menschen geh\u00f6ren, die sie nutzen, sowie auf allgemeine Verdr\u00e4ngung durch Kommerzialisierung und Gentrifizierung aufmerksam zu machen. \u201eWir k\u00e4mpfen daf\u00fcr, dass Freir\u00e4ume nicht einfach f\u00fcr Profit geopfert werden. R\u00e4ume sollten den Menschen zustehen, die darin leben und ihn nutzen, den gemeinn\u00fctzigen Initiativen und Vereinen. Daf\u00fcr braucht es ein Aufbrechen der vorherrschenden Machtverh\u00e4ltnisse und eine Stadt, die sich an den Bed\u00fcrfnissen der Bewohner*innen orientiert, nicht an denen von Investoren. Utopisch formuliert w\u00fcnschen wir uns eine Welt ohne Schl\u00f6sser, Gartenz\u00e4une und Grenzen\u201c, so die Sprecherin. Nach dem Motto: \u201eH\u00e4user denen, die darin leben!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besetzung soll fortgesetzt werden, solange es m\u00f6glich ist. \u201eWir gehen nicht. Wir bleiben hier, solange es geht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung des SubstAnZ vom 07.09.2024:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aktivist:innen besetzen das ehemalige SubstAnZ &#8211; Als Protest gegen Verdr\u00e4ngung und Kommerzialisierung<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht zum 07.09.2024 haben Aktivist:innen das Geb\u00e4ude &#8222;SubstAnZ&#8220; in der Frankenstra\u00dfe in Osnabr\u00fcck besetzt, um auf die zunehmende Verdr\u00e4ngung durch Gentrifizierung und Kommerzialisierung aufmerksam zu machen. Das SubstAnZ, seit 15 Jahren ein bedeutender politischer und sub-kultureller Treffpunkt, musste aufgrund von privaten Interessen Seitens der Vermieter zu September aus der Frankenstra\u00dfe ausziehen. Damit ist die Besetzung eine direkte Reaktion auf die Verdr\u00e4ngung aus diesem wichtigen Ort. Die Besetzenden fordern eine Legalisierung ihrer Aktion sowie die \u00dcbergabe des Hauses an die langj\u00e4hrigen Nutzenden. Das SubstAnZ solidarisiert sich mit den Aktivist:innen im besetzten Geb\u00e4ude.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir nehmen uns den Raum, den wir brauchen,\u201c erkl\u00e4rt eine Sprecherin der Besetzenden. \u201eDas SubstAnZ wurde uns als wichtiger politischer und kultureller Treffpunkt genommen. Es wurde verdr\u00e4ngt und wir stehen jetzt ohne Alternative da. Eine Stadtgesellschaft braucht gerade in Zeiten des Rechtsrucks antifaschistische Freir\u00e4ume.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besetzenden verstehen sich als eine Gruppe von Menschen, die den Erhalt des SubstAnZ als zentralen Treffpunkt f\u00fcr politische Arbeit und gesellschaftlichen Austausch unterst\u00fctzen. Ihr Ziel ist es, Verdr\u00e4ngung sichtbar zu machen und ein klares Zeichen dagegen zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unerfreulich war, wie die Besetzenden das Haus vorfanden. Im Inneren wurden mehrere Graffiti-Schriftz\u00fcge \u00fcbermalt. So wurde die antifemistische Haltung der Menschen deutlich, die das ehemalige SubstAnZ nun kommerziell nutzen wollen. Aus dem Wandbild &#8222;However I dress, wherever I go, YES MEANS YES AND NO MEANS NO&#8220; (Wie auch immer ich angezogen bin, wo auch immer ich hingehe, Ja hei\u00dft Ja und Nein hei\u00dft Nein) wurde ein &#8222;NO MEANS YES&#8220;. Nein hei\u00dft Ja ist dabei ein klassisch patriarchales Gewaltph\u00e4nomen, bei dem das Nein von Frauen ignoriert wird. Da stellt sich die Frage, wieso die Firma eines Clubs wie das Br\u00fccks ein Interesse daran hat, ein solches Bild zu \u00fcbermalen, wo es doch gerade im Kontext von Partys h\u00e4ufig zu sexualisierten \u00dcbergriffen kommt. Eine klare Absage an sexistisches Verhalten sollte doch eigentlich von jedem Club zu erwarten sein. Das \u00dcbermalen der feministischen Wandbilder ist demnach sehr schockierend und hart zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, warum gerade dieses Haus und nicht ein leerstehendes Geb\u00e4ude besetzt wurde, erkl\u00e4rt die Gruppe der Besetzenden: \u201eWir werden aktiv von diesem Ort verdr\u00e4ngt und haben keinen anderen Ort. Seit 15 Jahren ist dies ein Lebensmittelpunkt f\u00fcr viele Menschen. Hier machen wir gemeinsam Politik, lernen voneinander und kn\u00fcpfen Freund:innenschaften. Hier finden soziale und kulturelle Veranstaltungen statt. Nun soll es kommerziellen Interessen weichen, und damit verlieren von der Stadt marginalisierte Menschen einen sicheren Ort. Es braucht diesen nicht-kommerziellen Raum als einfachen Zugang zu kulturellen und politischen Angeboten, besonders f\u00fcr junge Menschen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das SubstAnZ teilt diese Sicht. Es wurde sich lange Zeit bem\u00fcht, dass Haus an der Frankenstra\u00dfe zu erhalten bzw. einen Ersatz zu finden. Der Auszug am vergangenen Wochenende stellte f\u00fcr den Verein und seine Mitglieder eine gro\u00dfe Herausforderung und emotionale Belastung dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Forderungen der Besetzenden geh\u00f6rt auch ein Ende der Gentrifizierung und Kommerzialisierung in Osnabr\u00fcck. Sie verlangen einen langfristig nutzbaren Raum, der von gemeinn\u00fctzigen Initiativen und Vereinen genutzt werden kann, sowie Ressourcen, die eine nachbarschaftliche Organisierung erm\u00f6glichen. Ihr Motto: \u201eH\u00e4user denen, die darin leben!\u201c. Die Besetzung ist auf unbestimmte Zeit angelegt. \u201eWir gehen nicht. Wir bleiben hier, solange es geht,\u201c betonen die Besetzenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forderungen der Besetzenden sind sehr nachvollziehbar. Gerade in eben diesen Zeiten des starken Rechtsrucks ist die Verdr\u00e4ngung besonders kritisch zu sehen. Freir\u00e4ume f\u00fcr antifaschistische Arbeit sind wichtiger denn je. Dies geschah im SubstAnZ an der Frankenstra\u00dfe unter anderem durch die Kampagne &#8222;Den Rechten die R\u00e4ume nehmen&#8220; bestehend aus verschiedenen Initiativen, sowie durch viele weitere Gruppierungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das SubstAnZ, welches mittlerweile f\u00fcr den \u00dcbergang in die Parkstra\u00dfe gezogen ist, solidarisiert sich mit der Besetzung und ruft zur Unterst\u00fctzung direkt vor dem Haus in der Frankenstra\u00dfe auf.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung des SubstAnZ vom 08.09.2024:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Samstagmorgen haben Aktivist:innen das ehemalige SubstAnZ in der Osnabr\u00fccker Frankenstra\u00dfe besetzt. So konnte zwei Tage lang der Betrieb des SubstAnz wiederaufgenommen, sich das Haus zur\u00fcckgeholt und die T\u00fcren wieder f\u00fcr Alle ge\u00f6ffnet werden. Es fanden sich seit dem fr\u00fchen Morgen zahlreiche Menschen vor dem Haus in der Frankenstra\u00dfe ein, die die Besetzer:innen unterst\u00fctzten und ihre Solidarit\u00e4t zeigten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir haben uns sehr \u00fcber die tolle Unterst\u00fctzung gefreut und sind dankbar f\u00fcr die gro\u00dfe Solidarit\u00e4t, die wir w\u00e4hrend der Besetzung erfahren haben. Durch diese Unterst\u00fctzung konnten wir unseren Forderungen nach Selbstbestimmung in unkommerziellen Freir\u00e4umen und unserer Kritik an Gentrifizierung und Kommerzialisierung in Osnabr\u00fcck und dar\u00fcber hinaus Nachdruck verleihen. Mit der Besetzung haben wir versucht, ein Zeichen zu setzen, f\u00fcr das Aufbrechen der vorherrschenden Machtverh\u00e4ltnisse und f\u00fcr eine Stadt, die sich an den Bed\u00fcrfnissen der Bewohner:innen orientiert, nicht an denen von Investoren.&#8220;, so eine Sprecherin der Besetzenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Forderungen der Besetzenden unterst\u00fctzen wir als SubstAnZ. Seit Beginn der Besetzung standen wir an der Seite der Besetzenden und \u00fcbernahmen z.B. Presse- und Social-Media-Betreuung sowie die Verhandlungen mit Eigent\u00fcmern und Polizei. Stets in engem Austausch mit den Besetzenden konnte erreicht werden, dass der bereits gestellte Strafantrag der Eingent\u00fcmer zur\u00fcckgezogen wurde und eine offene Nutzung des Hauses bis Sonntag Abend erm\u00f6glicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Besetzung nur zwei Tage anhielt, werten wir diese als Erolg. Es konnte ein deutliches Signal gegen Verdr\u00e4ngung und Gentrifizierung gesetzt werden, das auch \u00fcberregional Beachtung fand. Aber auch uns als SubstAnZ-Nutzer:innen hat diese Aktion weiter zusammengeschwei\u00dft, uns neuen Mut gegeben und darin best\u00e4rkt, weiter f\u00fcr unser SubstAnZ und selbstverwaltete Freir\u00e4ume in Osnabr\u00fcck zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die antifeministischen Schmierereien, die wir nach unserer Abwesenheit im Haus vorfinden mussten, zeigen deutlich die Fratze der Gentrifizierung und betonen nochmals die Notwendigkeit unkommerzieller, selbstverwalteter R\u00e4ume, in denen alle Menschen sich unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Aussehen oder Geldbeutel wohl f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass (Haus-)Besetzungen funktionieren, haben die letzten Tage deutlich gezeigt. Widerst\u00e4ndige Aktionen sind ein notwendiges Mittel, und diese erste Besetzung seit 20 Jahren in Osnabr\u00fcck ist eine direkte Konsequenz aus der Verdr\u00e4ngung des SubstAnZ.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden weiter k\u00e4mpfen &#8211; f\u00fcr unser SubstAnZ und f\u00fcr mehr Freir\u00e4ume an allen Orten!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>In unserem <a href=\"https:\/\/www.substanz-os.de\/?page_id=1301\" data-type=\"page\" data-id=\"1301\">Pressespiegel<\/a> sind Reaktionen aus den Medien zu finden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht zum 07.09.2024 haben Aktivist:innen unser ehemaliges Haus an der Frankenstra\u00dfe besetzt. Wir als SubstAnZ solidarisierten uns mit der Besetzung. 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