{"id":1729,"date":"2023-06-29T09:56:50","date_gmt":"2023-06-29T07:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.substanz-os.de\/?p=1729"},"modified":"2023-06-29T10:08:27","modified_gmt":"2023-06-29T08:08:27","slug":"redebeitrag-des-substanz-zur-wabos-27-06-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.substanz-os.de\/?p=1729","title":{"rendered":"Redebeitrag des SubstAnZ zur Wabos 27.06.23"},"content":{"rendered":"\n<p>Wabos bleibt! Oder auch: Wem geh\u00f6rt die Stadt?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wem geh\u00f6rt die Stadt?&#8220; Auf diese Frage bekommt man mit Sicherheit verschiedene Antworten, abh\u00e4ngig davon, wen man fragt. Die Frage, die wir uns aber eigentlich stellen sollten, ist: &#8222;Wem sollte sie geh\u00f6ren?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Versuch mal, dir diese Frage ganz unvoreingenommen zu stellen, fernab von jener Ideologie, die uns der Kapitalismus seit unserer Kindheit in die K\u00f6pfe gepflanzt hat und die uns wahrscheinlich direkt die Antwort &#8222;dem Staat, den Gro\u00dfkonzernen oder den Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern&#8220; in den Sinn bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesellschaft, in der wir leben, sollte daf\u00fcr da sein, allen Menschen ein m\u00f6glichst gutes Leben zu verschaffen. Denn darum geht es ja letztendlich &#8211; wenn man unsere Bed\u00fcrfnisse auf die Basis herunterf\u00e4hrt. Wir wollen alle ein sch\u00f6nes Leben haben und w\u00fcnschen uns dies im besten Fall auch f\u00fcr (fast) alle anderen Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Antwort ist deshalb: Die Stadt geh\u00f6rt den Menschen, die drin wohnen, ganz unabh\u00e4ngig von wirtschaftlichen Interessen einzelner, von Firmen oder der Stadtverwaltung, die wie \u00fcberall immer noch davon \u00fcberzeugt ist, dass sie &#8222;wirtschaftlich handeln&#8220; muss. Das ist kein Prinzip, nach dem eine Stadt verwaltet und eine Gesellschaft strukturiert werden sollte!<\/p>\n\n\n\n<p>Und eine Gruppe von Menschen wohnt seit sehr langer Zeit an einem wunderbaren Ort: der Wabos. Jede:r, der*die dort einmal bereits gewesen ist, wei\u00df die Ruhe,&nbsp; die Natur und die Menschen dort zu sch\u00e4tzen. Sie haben einen Ort geschaffen, wo sie in einem Ma\u00df in der N\u00e4he zur Natur leben, von der ein \u00f6kologischer Neubau nur tr\u00e4umen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Wabos ist nicht nur ein Wohnort, sondern auch ein politischer Ort, und das merkt man nicht nur am 1.Mai, wenn sie allj\u00e4hrlich ihre Pforten zum gro\u00dfen Fest \u00f6ffnet und dabei Workshops, Vortr\u00e4ge, (Punk-)Musik und B\u00fcchertische bietet. Sie bietet einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich vernetzen und den Sommer genie\u00dfen. Wie politisch dieser Ort ist, zeigt sich auch daran, wie unerm\u00fcdlich sich die Bewohner:innen der Wabos in den letzten Jahren gegen den Akt der Gentrifizierung gewehrt haben, der ihnen diesen Ort nehmen soll und wird. Die Wabos war bereits vor vielen Jahren Teil des B\u00fcndnisses f\u00fcr bezahlbaren Wohnraum und k\u00e4mpfte gemeinsam mit anderen Akteur:innen der Stadtgesellschaft f\u00fcr bezahlbaren Wohnraum f\u00fcr alle* &#8211; dies hielt ein Teil dieser Akteur:innen, insbesondere Parteien, nicht davon ab, ihr in den R\u00fccken zu fallen und weiterhin die R\u00e4umung der Wabos voranzutreiben. Dass hierbei auch das Argument der Schaffung bezahlbaren Wohnraums fiel, ist nahezu grotesk, wenn man bedenkt, dass ein Gro\u00dfteil des von der kommunalen Wohnungsgesellschaft geschaffenen Wohnraums wohl f\u00fcr die meisten Menschen nicht in die Kategorie &#8222;bezahlbar&#8220; f\u00e4llt. Es kommt ironischerweise noch hinzu, dass sich die Wabos im teuersten Viertel Osnabr\u00fccks befindet &#8211; welch lukratives Bauland.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verdr\u00e4ngung von unkommerziellen Sozialen und Autonomen Zentren geschieht in jeder Stadt und auf der ganzen Welt. Wir stehen mit emanzipatorischen Projekten auf der ganzen Welt und k\u00e4mpfen f\u00fcr ein besseres Morgen. Und das Ignorieren von unkommerziellen Interessen der Menschen&nbsp;im \u00f6ffentlichen Raum beginnt dabei schon so viel fr\u00fcher: sei es bei der drastischen Reduktion von kostenfreien Fahrradst\u00e4ndern zugunsten einer kostenpflichtigen Radstation am Bahnhof oder der Belegung von B\u00fcrgersteigen und \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen durch die Ausweitung der Sitzm\u00f6glichkeiten von Gastronomie-Ketten wie McDonalds oder Starbucks, damit diese noch mehr Gewinn einfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir als SubstAnZ stehen solidarisch mit der WabOs! Ebenso wie sie werden wir aus dem \u00f6ffentlichen Raum verdr\u00e4ngt, uns werden im n\u00e4chsten Jahr unsere R\u00e4ume genommen, weil Vermieterfirmen lukrativere Gesch\u00e4fte mit dem Grundst\u00fcck winken sehen. Unkommerzielle Kultur ist eben nicht &#8222;wirtschaftlich&#8220;, und das wollen wir mit Sicherheit auch nicht sein!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Befreien&nbsp; wir uns von der Logik, dass alles Geld abwerfen und &#8222;sich rentieren&#8220; muss, denn der Wert von Kunst, Kultur, Politik und Freir\u00e4umen l\u00e4sst sich nicht in Geld bemessen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stadt riskiert ihren Frieden \u2013 wir bleiben und wir werden k\u00e4mpfen. WabOs bleibt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wabos bleibt! Oder auch: Wem geh\u00f6rt die Stadt? &#8222;Wem geh\u00f6rt die Stadt?&#8220; Auf diese Frage bekommt man mit Sicherheit verschiedene Antworten, abh\u00e4ngig davon, wen man fragt. 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