{"id":142,"date":"2018-09-15T10:58:32","date_gmt":"2018-09-15T08:58:32","guid":{"rendered":"http:\/\/2018.substanz-os.de\/?page_id=142"},"modified":"2026-09-10T00:49:27","modified_gmt":"2026-09-09T22:49:27","slug":"die-geschichte-des-substanz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.substanz-os.de\/?page_id=142","title":{"rendered":"Die Geschichte des SubstAnZ und Meilensteine"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Es war einmal&#8230;<\/strong><br>F\u00fcr viele der aktuellen Nutzer*innen und Besucher*innen war das SubstAnZ &#8222;schon immer da&#8220;. Der Weg zu dem, was es heute ist, war lang, gepr\u00e4gt von vielen R\u00fcckschl\u00e4gen, Verlusten und vielen Besetzungen &#8211; ungebrochen gehalten hat sich der Wunsch und Wille nach selbstverwalteten R\u00e4umen (auch) in Osnabr\u00fcck.<br><br>Mit dieser Chronik m\u00f6chten wir einen Auszug der Geschichte eines autonomen, selbstverwalteten und emanzipatorischen Zentrums im Osnabr\u00fcck darstellen. Sie hat nicht den Anspruch der Vollst\u00e4ndigkeit. Solltet Ihr noch Bilder oder Informationen zur Geschichte haben, <a href=\"http:\/\/www.substanz-os.de\/?page_id=14\">meldet<\/a> Euch bitte bei uns.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1972<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an ein Konzert am 15.4.1972 der Bands \u201eBr\u00f6selmaschine\u201c und \u201eTonSteineScherben\u201c im Osnabr\u00fccker Schloss, besetzen 500 Jugendliche ein <strong>leerstehendes Haus am Ledenhof (Neuer Graben<\/strong> <strong>26) <\/strong>welches in den n\u00e4chsten Tagen mehrmals von der Polizei ger\u00e4umt und wieder neu besetzt wird. Die Jugendlichen fordern ein unabh\u00e4ngiges Jugendzentrum, in dem sie einen Veranstaltungsraum, eine Teestube, R\u00e4ume f\u00fcr politische Gruppen, Musikraum, Laborraum, eine KFZ-Werkstatt, B\u00fccherstube, Second-Hand-Shop und viele andere Sachen einrichten m\u00f6chten. Die anschlie\u00dfenden, monatelange Verhandlungen mit der Stadt verlaufen im Sand.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1975<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\n\u201eInitiative Stadtsanierung\u201c und die \u201eInitiative f\u00fcr ein\nunabh\u00e4ngiges Jugendzentrum\u201c besetzen am 20.1.1975 gemeinsam aus\nProtest gegen die Altstadtsanierung und den Abriss von H\u00e4usern in\nder Dielinger-und Lortzingstrasse, sowie f\u00fcr die Einrichtung eines\nunabh\u00e4ngigen Jugendzentrums, ein Haus in der <strong>Lortzingstrasse<\/strong>.\nVorausgegangen waren monatelange Aktionen gegen die Abrisse. Unter\nProtesten wird das Geb\u00e4ude nach zwei Monaten Besetzung abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1980<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 4.6.1980 besetzen 250 Menschen aus Protest gegen die R\u00e4umung eines Anti-Atom-H\u00fcttendorfes im Wendland die <strong>Marienkirche<\/strong>,<\/p>\n\n\n\n<p><br>Ein\nHaus am <strong>Nonnenpfad 22 <\/strong>wird am 22.10.1980 besetzt. Die\nAktivist*innen wollen Wohngemeinschaften einrichten. Nach zwei\nStunden wird es ger\u00e4umt, am n\u00e4chsten Tag abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Ein\nHaus an der <strong>Alte M\u00fcnze 4 <\/strong>(heute Unibibliothek) wird als\nProtest gegen Wohnraumzerst\u00f6rung am 19.11.1980 besetzt. Das Haus\nwird nach wenigen Tagen freiwillig verlassen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1981<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(2.1.1981) Besetzung des ehemaligen Studentenwohnheimes an der Ritterstra\u00dfe(heute Mensa) wegen Wohnraumzerst\u00f6rung. Nachdem die 25 Besetzer*innen das Haus freiwillig r\u00e4umen, wird es sofort abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa\n50 Menschen besetzen am 17.4.1981 die <strong>Marienkirche <\/strong>aus Protest\ngegen den Tod des RAF H\u00e4ftlings Sigurd Debus.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcberall sind, nach der Wiedervereinigung, viele Menschen am Anfang der 1990er Jahre mit dem Kampf gegen neue und alte Nazis besch\u00e4ftigt. Auch in Osnabr\u00fcck  kommt es zu schweren Angriffen von Nazis u.a. auf die R\u00e4ume der Alten  M\u00fcnze (AStA, Frauenreferat usw.) welche teilweise in Stra\u00dfenschlachten enden. Die Antifschistische Aktion Osnabr\u00fcck [AAOS] hat in ihrer  Chronik ein Teil der Jahre dokumetiert (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/aaos.noblogs.org\/chronik\/1990-1991\/\" target=\"_blank\">link<\/a>). <br><br>Dennoch finden zwischen 1991 und 1993 einige Besetzungen statt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1991<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach\n10 Jahren Funkstille wird wieder besetzt: 15 Leute besetzen das Haus\n<strong>Grenzweg 8<\/strong>, um gegen Wohnungsnot, Mietwucher und\nUmstrukturierung zu protestieren. Nach sechs Stunden wird es ger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1992<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>30 Menschen aus dem Umfeld des Antifa-Caf\u00e9s besetzen am 28.6.1992 die alte Glaserei in der <strong>Langen Str. 3<\/strong>. Sie fordern f\u00fcr das Geb\u00e4ude ein Autonomes Zentrum. Die Resonanz der Nachbarn und der ganzen Stadt ist \u00e4u\u00dferst positiv, die \u00d6ffentlichkeit solidarisiert sich mit dem berechtigten Anliegen, das seit Jahren leerstehende Haus wieder zu nutzen. Die Besetzer*innen unterbreiten ein umfangreiches Nutzungskonzept, indem sie die Notwendigkeit des Zentrums f\u00fcr Osnabr\u00fcck als Alternative zur bestehenden Jugendkulturarbeit \u00fcberzeugend darlegen. Es kommt zu Verhandlungen mit der Stadt und dem Besitzer, die jedoch scheitern. Nach 13 Tagen wird friedlich ger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der gleichen Forderung wird am 20.7.1992 eine Villa an der <strong>Lotter Str.\/ Ecke Wielandstr. <\/strong>besetzt. Die R\u00e4umung erfolgt sofort.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>1993<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 11. Oktober 1993 besetzen 20 wohnungslose Punker den <strong>Dom<\/strong>. Sie wollen auf ihre Situation aufmerksam machen und wollen der Forderung nach einem autonomen Zentrum Nachdruck verleihen. Nach vier Tagen verlassen sie, vor Ablauf einer Frist, den Dom und leben wieder auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahren sind keine vergleichbaren Aktionen dokumeniert. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2001<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 1.7.2001 besetzen etwa 40 Menschen (und ein Hund) f\u00fcr einige Stunden eine alte Gefl\u00fcchtetenunterkunft in der <strong>Gesmolder Stra\u00dfe 19<\/strong>.<br>Durch Unachtsamkeit hat die Polizei im Vorfeld von einer Besetzung in Osnabr\u00fcck erfahren und war vorbereitet. An der folgenden Demonstration beteiligen sich am 10.7.2001 etwa 100 Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 13.2.2002 urteilt dazu das Gericht und findet von den 40 Menschen vier f\u00fcr schuldig und verwarnt zwei von ihnen. Die anderen beiden Beschuldigten sollen eine Geldstrafe von 25\u20ac zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In\ndem Zeitraum von Juli \u2013 Dezember werden \u00fcber 1000 Unterschriften\nf\u00fcr ein Autonomes Zentrum in Osnabr\u00fcck gesammelt und dem\nJugenhilfeausschu\u00dfvorsitzenden Franz-Josef Schwack \u00fcbergegeben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2002<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am\n6.4.2002 findet ein gro\u00dfes <strong>Stra\u00dfenfest <\/strong>f\u00fcr ein\nSelbstverwaltetes Zentrum an der Alten M\u00fcnze 12 statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund\n200 Menschen verbringen einen Nachmittag mit Bands, Infost\u00e4nden und\nVolxk\u00fcche. Von den eingeladenen Ratsmitgliedern erscheint keines.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab April 2002 muss sich der Jugendhilfeausschuss (JHA) mit der Forderung nach einem einem Autonomen Zentrum f\u00fcr Osnabr\u00fcck besch\u00e4ftigen<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30.4.2002 besetzen w\u00e4hrend der Ratssitzung etwa 20 Personen  den <strong>Sitzungssaal<\/strong>. Vorausgegangen war ein Antrag f\u00fcr die Schaffung eines Autonomen Zentrums. Vertreter*innen von SPD und Gr\u00fcnen finden das Konzept \u201einhaltlich \u00fcberzeugend\u201c und das Projekt an sich als \u201eBereicherung f\u00fcr Osnabr\u00fcck\u201c. Die damalige Ratsmehrheit aus CDU und FDP lehnt den Antrag jedoch als \u201enicht finanzierbar\u201c ab  <\/p>\n\n\n\n<p>An der <strong>1. Mai Demonstration <\/strong>beteiligen sich etwa 150 Menschen um die Forderung nach einem Autonomen Zentrums Nachdruck zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig\nwird ein leerstehendes Haus an der <strong>Kokschen Stra\u00dfe 73 <\/strong>besetzt\num auf den Leerstand hinzuweisen. Ziel ist es, den Leerstand zu\nnutzen und ein autonomes Zentrum aufzubauen<\/p>\n\n\n\n<p>Am 24.5.2002 demonstrieren 150 Menschen f\u00fcr ein Autonomes Zentrum und den Erhalt der Kokschen Stra\u00dfe. Dort endet die Demonstration und es folgt ein Solikonzert mit &#8222;Karacho&#8220;  <\/p>\n\n\n\n<p>Am 31.5.2002, zum Ablauf der Frist der OWG (ehemalige st\u00e4dtische Wohnungsbaugenossenschaft und Eigent\u00fcmer*in des Hauses) findet ein gro\u00dfes Soli- und Stra\u00dfenfest in der Kokschen Stra\u00dfe statt. Am Abend folgt ein Konzert im Haus mit &#8222;Hirns\u00e4ule&#8220; (OS), &#8222;Measystox&#8220; (H) und &#8222;Daddy Longleg&#8220; (MS)<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 4.6.2002 stehen pl\u00f6tzlich mehrere Bagger vor der T\u00fcr an der Kokschen Stra\u00dfe. Die Bauarbeiter*innen sind von einem leeren Haus ausgegangen und wollen das Haus abrei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund\nder Umst\u00e4nde (nicht leer) m\u00fcssen sie unverrichteter Dinge wieder\nabziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 08.06.2002 meldet sich der damalige Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Franz-Josef Schwack in der NOZ zu Wort und fordert die sofortige R\u00e4umung des Hauses: \u201eF\u00fcr mich sind das illegale Leute.\u201c Die Antwort: ein metergro\u00dfes Transparent am Haus mit der Aufschrift: &#8222;Kein Mensch ist illegal&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Am 13.6.2002 gelingt es der Polizei den &#8222;antifaschistischen Schutzwall&#8220; vor der T\u00fcr zu \u00fcberwinden und r\u00e4umt das Haus. Am Abend danach findet eine lautstarke Demonstration statt. Einen Tag sp\u00e4ter ist von unserem sch\u00f6nen Haus nichts mehr zu sehen. Die Bagger waren erfolgreich. Das Gel\u00e4nde liegt f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre brach und ist unbenutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 16.6.2002 stellt die Stadt, in unmittelbarer N\u00e4he des Jugendzentrums am <strong>Ziegenbrink<\/strong> eine Wiese zur Verf\u00fcgung um dort ersatzweise Bauwagen aufzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 13.7.2002 wird der Wagenplatz von Hooligans und Nazis angegriffen. Diese haben das Jugendzentrum f\u00fcr eine &#8222;Geburtstagsparty&#8220; gemietet. Es kommt zu einer Massenschl\u00e4gerei mit mehreren Verletzten. Ein Gro\u00dfaufgebot der Polizei trennt die Lager.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgend\nbefindet die Stadt die Wiese als ungeeignet und stellt ein Platz am\n<strong>F\u00fcrstenauer Weg <\/strong>zur Verf\u00fcgung. Am 23.7.2002 erfolgt der\nUmzug und tr\u00e4gt fortan den Titel &#8222;AZ Wagenplatz&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 7.11.2002 sollte sich der Jugendhilfeausschuss eigentlich mit der Forderung nach selbstverwalteten R\u00e4umen befassen. Unter Hoheit der CDU wird die Befassung abgelehnt. Daraufhin besetzen 40-50 Menschen den <strong>Ratssitzungssaal<\/strong>. Die Polizei r\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Unterst\u00fctzung der Gr\u00fcnen und der SPD wird am 28.11.2002 nun doch heftig \u00fcber den Antrag debattiert. Selbst die &#8222;jungen Liberalen&#8220; finden, &#8222;dass zu jeder Gro\u00dfstadt ein autonomes Zentrum geh\u00f6rt&#8220; (sic!) und unterst\u00fctzen die Forderung nach einem Autonomen Zentrums. Nichtsdestotrotz wird der <strong>Antrag abgelehnt.<\/strong> Im Anschluss findet eine Demonstration statt. Nun muss sich noch der Verwaltungsausschuss damit besch\u00e4ftigen wie es am F\u00fcrstenauer Weg weitergeht. Es finden viele dezentrale Aktionstage und hunderte Veranstaltungen auf Wagenplatz statt<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2003<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am\n26.4.2003 findet der legend\u00e4re <strong>AZ WagenCup <\/strong>statt. Es treten\nTeams von der Aidshilfe, ATTAC, Arbeitslosenselbsthilfe, AZ\nWagenplatz, Rote Laterne, Blutgr\u00e4tsche Stemwede, Concordia, die\nGr\u00fcnen, Endstation Schlippie, FAU, Lokomotive S\u00fcdkreis,\nPatientenfront, Radio FFN, Schwulenreferat des des Asta, Unicum und\ndem Unikeller. Ins Finale geht das Team von Radio FFN gegen Rote\nLaterne, welche schlie\u00dflich als Sieger*in das anschlie\u00dfende Konzert\nfeiern k\u00f6nnen<\/p>\n\n\n\n<p>Am 13.9.2003 entscheidet sich der <strong>Verwaltungsausschuss f\u00fcr eine R\u00e4umung <\/strong>des AZ Wagenplatz. Da dort offiziell Menschen gemeldet sind, erfolgen R\u00e4umungstitel. Der AZ Wagenplatz wird nun fast t\u00e4glich in regionalen und \u00fcberregionalen Medien erw\u00e4hnt. Mit gro\u00dfem Medienrummel besucht am 12.10.2003 die Landessuperintendentin Doris Jansen-Reschke und Superintendent Hammersen den AZ Wagenplatz Am 18.10.2003 demonstrieren etwa 200 Menschen gegen die politischen Entscheidungen des Jugendhilfe- und des Verwaltungsausschusses Am 20.10.2003 wird <strong>Klage gegen die R\u00e4umungstitel <\/strong>beim Verwaltungsgericht Osnabr\u00fcck eingelegt. Die angek\u00fcndigte R\u00e4umung wird ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2004<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ratssitzung am 22.9.2004 wird durch <strong>\u201eAutonome Greise gest\u00f6rt&#8220; <\/strong>(NOZ). Unter dem Titel &#8222;Wir sind alt und grau geworden&#8220; betreten Unterst\u00fctzer*innen u.a. mit Rollatoren den Ratssitzungssaal. Die CDU findet das geschmacklos &#8211; Wir sie auch.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht zum 3.10.2004 besetzen sieben Menschen das seit Jahren leerstehende &#8222;<strong>Lutherhaus<\/strong>&#8220; an der Jahnstra\u00dfe. Die Besetzung h\u00e4lt erneut nur einige Stunden und wird von der Polizei ger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig\n<strong>besetzen <\/strong>Bewohner*innen des AZ Wagenplatzes und andere <strong>eine\nWiese in unmittelbarer N\u00e4he des Wagenplatzes. <\/strong>Sie wollen auf die\nvielen freien Fl\u00e4chen in der Stadt hinweisen. Zwei Tage sp\u00e4ter\nerscheinen Offiziere der Britischen Rheinarme auf der neuen Wiese.\nSie weisen darauf hin, dass sich dort eine \u00dcbungsfl\u00e4che f\u00fcr\nPioniere befindet und sie die Hoheit \u00fcber das Gel\u00e4nde h\u00e4tten. Der\nPlatz wird freiwillig verlassen. Die NOZ schreibt sp\u00e4ter dazu\n<strong>&#8222;Autonome gehen britischen Panzern aus dem Weg&#8220;<\/strong>.\nGanz so war es nicht &#8211; aber egal.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 23.10.2004 genehmigt das OVG L\u00fcneburg die R\u00e4umung des AZ Wagenplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1.11.2004 wird der Wagenplatz kurzzeitig freiwillig ger\u00e4umt; es findet eine Bombenentsch\u00e4rfung statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die NOZ begleitet die \u201eevakuierten Bewohner*innen\u201c und dokumentiert, was Autonome in solchen Situationen machen &#8211; unbedingt notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nfinale <strong>R\u00e4umung des AZ Wagenplatzes <\/strong>findet am 15.11.2004\nstatt. Eine Hundertschaft der Polizei, unterst\u00fctzt vom Ordnungsamt\nund weiteren Beh\u00f6rden durchsucht das Gel\u00e4nde, nimmt Menschen in\nGewahrsam und l\u00e4sst alle Wagen sicherstellen. Das\nAbschleppunternehmen, das die Wagen entfernen soll, ist mit dem\nUmgang solcher Anh\u00e4nger \u00fcberfordert. Am Abend demonstrieren \u00fcber\n100 Menschen w\u00fctend, lautstark und\/aber friedlich gegen die R\u00e4umung<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nfolgen legend\u00e4re <strong>&#8222;AZ im EXIL Partys&#8220; <\/strong>um Haus der\nJugend (Bocksmauer)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2006\/2007<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der damalige Oberb\u00fcrgermeister Fip macht Hoffnung, dass wenn ein &#8222;normaler b\u00fcrgerlicher Verein gegr\u00fcndet wird und das mit den Besetzungen seien lassen w\u00fcrden&#8220;, die Stadt offen f\u00fcr eine Vermittlung st\u00e4dtischer Geb\u00e4ude w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>2007 wurde der Verein &#8222;Freundeskreis f\u00fcr ein selbstverwaltetes Zentrum, Bildung und Kultur e.V.&#8220; (FrAZ) gegr\u00fcndet.<br>Der FrAZ e.V. erstellt umfangreiche Finanzierungskonzepte, wird als &#8222;freier Tr\u00e4ger der Kinder- und Jugendhilfe&#8220; und gemeinn\u00fctzig anerkannt. Von dem &#8222;Versprechen&#8220; wei\u00df sp\u00e4ter nat\u00fcrlich niemand mehr etwas.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2008<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum 1. Mai 2008 wird als Ersatz eine Etage in einem B\u00fcrokomplex in der <strong>Liebigstra\u00dfe<\/strong> gemietet. Allerdings wird schnell klar, dass erstens der Platzbedarf viel viel gr\u00f6\u00dfer ist als gedacht und zweitens, Vermieter manchmal seltsam sind. Zwar wird die Kaution angenommen und uns Schl\u00fcssel \u00fcberreicht &#8211; ein schriftlicher Mietvertrag wird allerdings nie angenommen. <br>Das Experiment an der Liebigstra\u00dfe endet nach einem Jahr. Es hat gezeigt wie viele Menschen hinter der Forderung nach autonomen R\u00e4umen stehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2009<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ziemlich\ngr\u00f6\u00dfenwahnsinnig und mutig wird seit Mai 2009 ein komplettes Haus\nan der <strong>Frankenstra\u00dfe 25a<\/strong>\nangemietet. \u00dcber 700qm sollen genug Raum f\u00fcr\nSelbstverwaltung bieten. Das Werkstatt- und B\u00fcrogeb\u00e4ude wird f\u00fcr\nunsere Zwecke renoviert und hergerichtet. Seit September steht es zur\nNutzung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2015<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Jahreswechsel gibt es einen Eigent\u00fcmerwechsel das Hauses und des gesamten Areals (Frankenstr. 25\/25a und sog. Kulturhof Dammstra\u00dfe) . Zum 31.5.2015 nutzen die neuen Eigent\u00fcmer eine Sonderk\u00fcndigungsklausel und k\u00fcndigen den Vertrag. Fast das gesamte Jahr wird sich mit der Bleibeperspektive besch\u00e4ftigt. Z\u00e4hneknirschend wird einem neuen und deutlich teurerem Mietvertrag zugestimmt<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum 31. August 2024 haben uns unsere Vermieter, nach 15 Jahren Frankenstra\u00dfe, vor die T\u00fcr gesetzt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal&#8230;F\u00fcr viele der aktuellen Nutzer*innen und Besucher*innen war das SubstAnZ &#8222;schon immer da&#8220;. Der Weg zu dem, was es heute ist, war lang, gepr\u00e4gt von vielen R\u00fcckschl\u00e4gen, Verlusten und vielen Besetzungen &#8211; ungebrochen gehalten hat sich der Wunsch und Wille nach selbstverwalteten R\u00e4umen (auch) in Osnabr\u00fcck. 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