Zur Darstellung des SubstAnZ im Erstsemesterheft 2012 der SoWi-Fachschaft

Im Erstsemesterheft 2012 der SoWi-Fachschaft erschien ein Text über das SubstAnZ, den wir nicht unkommentiert stehen lassen können.

Während die anderen „Lokalitäten des Osnabrücker Nachtlebens“ neutral beschrieben werden, wird das SubstAnZ mit einer äußerst zynischen und an Polemik kaum zu überbietenden Beschreibung bedacht. Das SubstAnZ ist einigen Menschen in Osnabrück ein Dorn im Auge – und das soll es auch sein. Eine Darstellung wie die im SoWi-Erstsemesterheft hätten wir allerdings eher aus einer anderen Richtung erwartet.

Dass der Text sich dabei allgemein beliebter Klischees in bester BILD- oder Spiegel online-Manier bedient („links-autonome Steineschmeißer“) ist zwar traurig, wäre aber beinahe zu verschmerzen.

Der vollkommen zusammenhanglose Einwurf des Begriffs „Vergewaltiger_innen“ allerdings ist absolut inakzeptabel.
SoWi-Fachschaft, ihr instrumentalisiert hier einen Begriff, mit dem nicht leichtfertig um sich geschmissen werden darf.
Der Diskurs über sexualisierte Gewalt ist wichtig und muss geführt werden, auch im SubstAnZ! Dies muss auf angemessene Weise geschehen, die der Ernsthaftigkeit und Tragweite der Thematik gerecht wird und mögliche Auswirkungen auf alle am Diskurs Beteiligten berücksichtigt.
Bitte macht euch Gedanken darüber, an welcher Stelle und in welcher Weise eine Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt erfolgen sollte und wo eine Erwähnung vollkommen deplaziert ist (beispielsweise im Abschnitt „Eine kleine Einführung in das Nachtleben“ eines Fachschafts-Erstsemesterhefts).

Das SubstAnZ ist sicherlich nicht perfekt.
Wir versuchen hier, mit vielen unterschiedlichen Menschen einen Freiraum aufzubauen und zu erhalten, in dem sich alle Nutzer*innen wohlfühlen können. Dies ist nicht gerade leicht, und manchmal läuft etwas schief. Deshalb: wenn euch etwas stört, wenn ihr Kritik habt, oder wenn ihr einfach nur neugierig seid – kommt vorbei und bringt euch ein!
Das SubstAnZ wird immer genau das sein, was wir daraus machen.

7 Gedanken zu “Zur Darstellung des SubstAnZ im Erstsemesterheft 2012 der SoWi-Fachschaft

  1. Antwort der Fachschaft Sozialwissenschaften:

    Liebes SubstAnZ,

    vielen Dank für eure offene und direkte Kritik über den Text euch
    betreffend in unserem Erstsemesterheft. Viele von uns wurden auch
    persönlich schon auf den Text angesprochen und bereits auf unserer
    letzten Sitzung haben wir dieses Thema besprochen und sind zu der
    Entscheidung gekommen, dass wir uns zu dem veröffentlichten Text im
    Erstsemesterheft und seiner Kritik äußern müssen und wollen.

    Zu aller Erst möchten wir festhalten, dass das SubstAnZ der Fachschaft
    Sozialwissenschaften und ihrer Mitglieder keines Falls ein Dorn im Auge
    ist und wir es absolut begrüßen einen derartigen Freiraum in Osnabrück
    zu haben.

    In seiner Funktion sollte der Text eine ironische Auseinandersetzung mit
    dem SubstAnZ liefern, in der klar werden sollte, dass ihr eine durchaus
    streitbare Einrichtung seid, zu der sich jeder seine Meinung selbst
    bilden sollte.

    Allerdings hat der Text dies verfehlt, stattdessen versteift er sich auf
    zynische Klischees und bedient sich Begrifflichkeiten die dort völlig
    fehl am Platze sind. In diesen Punkten geben wir euch Recht.
    Die Verwendung des Begriffes ‚Verwaltiger_innen’ sorgt in dem Text
    dafür, dass dieser sich von einer Auseinandersetzung mit dem SubstAnZ
    entfernt. Zusammenhangslos wird das Gebiet der sexuellen
    Selbstbestimmung und sexualisierter Gewalt in einer Art und Weise
    erwähnt, die weder angemessen ist, noch dem Thema die nötige
    Ernsthaftigkeit entgegenbringt. Dies hätte vor der Erstellung des Heftes
    auffallen müssen, zumal das Thema der sexualisierten Gewalt im
    Osnabrücker Nachtleben leider durchaus eine Rolle spielt.

    Wir möchten uns daher in aller Form für den Text entschuldigen.
    Wir werden intern diskutieren, wie dieser Text so entstehen und
    abgedruckt werden konnte und sicherstellen, dass dies nicht wieder vorkommt.

    Dieser Brief wird mit dem entsprechenden Kontext von uns öffentlich
    gemacht, sodass er auch die Empfänger des Heftes erreicht, außerdem
    werden wir öffentlich zugängliche Versionen des Heftes transparent
    korrigieren und auf diesen Text mit entsprechendem Kontext hinweisen.

    Zum Schluss verbleiben wir mit der Hoffnung, dass der Abdruck des
    genannten Textes und dieser Konflikt das Verhältnis zwischen uns und
    euch nicht nachhaltig belasten wird.

    Beste Grüße
    Fachschaft Sozialwissenschaften

  2. “Das SubstAnZ is ein spezial gelagerter Sonderfall. Dieses selbstverwaltete Zentrum wird von einigen als Zentrum der links-autonomen Steineschmeißer gesehen, welche die Welt vor allem dadurch retten wollen indem sie nachts um 2 Böller zünden und von Vergewaltiger_innen sprechen. Andere wiederum sagen dieser Ort wäre die letzte Zufluchtsstätte um die Welt doch noch vor dem Untergang zu bewahren. Egal zu welcher Überzeugung ihr gelangen werdet, auch hier finden häufig Parties, Konzerte und Lesungen statt.”

    nachdem ich mir den beitrag durchgelesen hab – wer von euch hat denn hier was in den falschen hals bekommen? .. ich kann da keinen zynismus sehen, sondern ironie pur und wer anderen bild-mentalitaet vorwirft, der sollte nicht bild-like denn zweiten teil des beitrags komplett ausblenden

    • …ironie? naja, zwischen neutral formulierten beschreibungen der anderen orte nur sehr schwer als solche zu entdecken. besonders nicht für menschen, die sonst gar nicht von dem ort wissen… ^^

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