Solidarität mit den Nutzer_innen der „Traumfabrik Petersburg“

Unter dem Namen „Traumfabrik Petersburg“ hat sich August 2008, in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden der Bahn am Osnabrücker Güterbahnhof, eine inzwischen fest zu Osnabrück gehörende alternative Kulturlandschaft etabliert. Nachdem die Stadt Osnabrück sich jahrelang kaum oder gar nicht um das riesige Gelände gekümmert hat, ist es seit Ende letzten Jahres plötzlich doch Thema und wurde an zwei Investoren verkauft. Die neuen Eigentümer wollen das Gelände, zusammen mit der „Wirtschaftförderung Osnabrück“ (ein Tochterunternehmen der Stadt), als Gewerbegebiet vermarkten. Noch weiß aber niemand, was dort eigentlich entstehen soll. Dennoch scheint klar: Die Häuser müssen weg! Häuser, in denen sich neben – leider auch teuren – Szeneclubs auch viele alternative Projekte wie Räume für Theater- und Sportgruppen, Bands, Ateliers, Tanzgruppen und die Osnabrücker VFL-Fanszene wohlfühlen und sich niedergelassen haben. Eine hundertprozentige Bereicherung für Osnabrück und eine tausendprozentige Bereicherung für das triste aber charmante Gelände des alten Güterbahnhofes.

Es kam wie es kommen musste. Plötzlich interessieren sich auch Behörden für die „Traumfabrik Petersburg“. Offen versucht die Stadt Osnabrück sich interessiert und lösungsorientiert zu geben. Tatsächlich wirft sie der Kulturinitiative Stöcker ins Getriebe. Auf einmal sei der Brandschutz nicht mehr gewährleistet und hat die Nutzung untersagt. Zwar wurde das Verbot ausgesetzt aber bestehen bleibt es dennoch. Wie es weitergeht steht in den Sternen geschrieben.

Wir können nicht nachvollziehen welchen obskuren Auftrag die Stadt in Osnabrück gerade verfolgt. Getreu dem Motto „Kultur ist – was wir machen“ haben sie erst der Musik- und Kunstschule das Licht ausgeschaltet, dann uns und nun der „Traumfabrik Petersburg“. Anstatt sich über kulturelle Vielfalt zu freuen und diese zu fördern, vergrault sie interessierte und engagierte Menschen mit scheinbar unüberwindbaren Hürden und bürokratischer Paragrafenreiterei.

Einen faden Beigeschmack hat in diesem Zusammenhang immer noch die illegale Bebauung des Haseufers einer Osnabrücker Großraumdiskothek für „das (ab-)gehobene Publikum“. Konsequenzen hatte diese, bis auf eine Strafzahlung aus der Portokasse, keine. Hier entsteht Wut! Vielleicht sollten sich in Zukunft alternative Kultureinrichtungen einfach Palais nennen, zehn Euro Eintritt und drei Euro für ein Getränk nehmen und vorzugsweise verwöhnten Schnöseln den Einlass gewähren.

Unsere Solidarität gilt den einzelnen Initiativen und Gruppen, die sich auf dem Gelände und in den Räumen der „Traumfabrik Petersburg“ treffen. Lasst Euch nicht unterkriegen und seid hartnäckig. Nicht immer ist der konventionelle Weg der einzig mögliche um unsere gemeinsamen Ziele durchzusetzen. Wir wünschen Euch viel Erfolg und Kraft und bieten Euch unsere Unterstützung an.

Betroffen ist eine_r – Gemeint sind wir alle!
Solidarische Grüße über den Bahndamm!

SubstAnZ Osnabrück

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