14.05.: Infoveranstaltung zum Tag der Deutschen Zukunft in Chemnitz

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Rassistische Ausschreitungen, Hitlergrüße, NS-Verherrlichung,
Hetzjagden auf Migrant*innen und Linke, eine tief verwurzelte und
vernetzte rechte Szene… was fällt uns dazu ein? Richtig, Chemnitz. Auch wenn diese Liste noch lange nicht vollzählig ist, ist sie schon bedrückend genug.
Im letzten Jahr erreichte Chemnitz eine mediale Berühmtheit, weil Nazis einen Mord instrumentalisierten, falsche Informationen über den Tathergang kursierten und daraufhin tausende Rechte tagelang durch die Stadt marodierten. Dabei konnten sie größtenteils unbehelligt all die eingangs erwähnten Dinge begehen, während die Polizei „alles unter Kontrolle hatte“. Auch wenn Chemnitz aus der Berichterstattung verschwunden ist, die rechte Szene dort ist es nicht.

Am 1. Juni 2019 findet in Chemnitz der „Tag der Deutschen Zukunft“ statt, eine alljährliche Veranstaltung von Neonazis. Da weder damit zu rechnen ist, dass die Rechten keinen Bock auf Chemnitz haben, noch auf die Polizei vertraut werden kann, ist eine starke antifaschistische Präsenz an diesem Tag in Chemnitz unerlässlich. Kommt zur Infoveranstaltung, sprecht euch ab und fahrt gemeinsam nach Chemnitz!

Aus dem Aufruf von Veto – Antifaschistische Gruppe Chemnitz:
„Beim „Tag der deutschen Zukunft“ handelt es sich derzeit um einen der größten faschistischen Aufmärsche in der BRD, welcher jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Erstmals fand der sog. TddZ 2009 in Pinneberg statt – organisiert von freien Kameradschaften. Den Höhepunkt erreichte der TddZ 2016 in Dortmund mit gut 1000 Teilnehmenden. Später wurde er von dem Umfeld der faschistischen Kleinstpartei Die Rechte getragen, welche aus der militant agierenden Kameradschaft „Nationaler
Widerstand Dortmund“ (NWDO) hervorging. Nach mehrfach erfolgreicher antifaschistischer Intervention – von Blockaden über direkte Aktionen bis zur Behinderung der Anreise der Faschist*innen – ist die Teilnehmer*innenzahl in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Um diesem Trend entgegen zu wirken und mit vielen Anhänger*innen marschieren zu können findet der TddZ 2019 in Chemnitz statt.
In Chemnitz rechnen die Faschist*innen nicht nur mit wenig Widerspruch aus der Gesellschaft sondern auch mit der Unterstützung der sächsischen Polizei, welche schon den Nazi-Aufmarsch vom Dritten Weg am 1. Mai 2018 mit besten Mitteln schützte.“

Dienstag, den 14. Mai 2019 um 19 Uhr
Substanz Osnabrück

Mietwahnsinn beenden! Veranstaltungsreihe zu Gentrifizierung, Wohnungsnot und Widerstand – Libertäre Kommunist*innen Osnabrück

Die libertären Kommunist*innen Osnabrück veranstalten eine Veranstaltungsreihe zu Wohnraum und Mietenwahnsinn. Ein paar der Veranstaltungen sind auch bei uns im Haus, schaut vorbei!


Der Immobilienmarkt ist zunehmend und mittlerweile nahezu vollständig privatisiert. Immer mehr Häuser und Wohnungen fallen in die Hände großer Unternehmen – Sozialwohnungen verschwinden mit steigender Geschwindigkeit aus den Städten. Die Folge davon: Mieten schießen in die Höhe und weniger wohlhabende Bevölkerungsgruppen werden aus den Innenstädten vertrieben.

In Osnabrück fehlen bereits mehrere tausend Wohnungen, Tendenz steigend. Normalverdiener*innen, Erwerbslose, Alleinerziehende, Azubis, Studierende, Rentner*innen, Geflüchtete und Großfamilien werden zunehmend aus ihren Wohnungen gedrängt und müssen sich mit kleineren, heruntergekommenen und oft weit vom Stadtkern entfernten Unterkünften zufrieden geben.

Des Weiteren müssen ca. 20% aller Haushalte mehr als 40% ihres Einkommens allein für die Kaltmiete ausgeben und sind dadurch gezwungen, bei der Befriedigung anderer wichtiger Bedürfnisse zu sparen. Trotz dieser Missstände hält die Politik an ih- rem Kurs fest – zu der Ende 2018 in Osnabrück aufgekommenen Forderung nach einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft stellte sich die Mehrheit im Rat quer.

Das Phänomen einer durch profitorientierte Stadtplanung und Baupolitik erzeugten Wohnungsnot und Gentrifizierung ist sowohl in sämtlichen europäischen Städten, als auch im ganzen internationalen Raum zu beobachten. Als besonders prägnantes Beispiel ist hier Südamerika zu nennen, in dessen Städten durch das zunehmende Entstehen von „Gated Communities“ für Wohlhabende die ärmeren Bevölkerungsschichten in Slums/Favelas an den Stadtrand gedrängt werden.

Seit einigen Jahren regt sich gegen diese Zumutungen des kapitalistischen Wohnungsmarktes vermehrt Widerstand in der Bevölkerung, wie z.B. durch die mittlerweile weltweit verbreitete Initiative „Recht auf Stadt“ oder durch Hausbesetzungen, wie im vergangenen Jahr in Berlin.

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Mietwahnsinn beenden!“ sollen die hier kurz beschriebenen Phänomene, die wir unter der Bezeichnung „Gentrifizierung“ zusammenfassen, analysiert werden. Welche sozialen Prozesse und Kräfte treiben die Gentrifizierung an? Weshalb ist das Problem in den letzten 10 Jahren so angewachsen? Wie können wir Widerstand dagegen leisten?

Folgende Veranstaltungen finden im Rahmen der Reihe statt:

Ware Wohnen – Eine kleine politische Ökonomie des Wohnungssektors Mit Ernst Lohoff (Gruppe Krisis)
15.5.2019, 19:00 Uhr, Raum 15/E16, Seminarstraße 20, 49074

Osnabrück Do the red thing – Wie der Berliner Google Campus verhindert wurde
Mit TOP B3rlin
24.5.2019, 19:00 Uhr, SubstzAnZ, Frankenstraße 25a

Historische Mietkämpfe – Vom Kaiserreich bis zur Instandbesetzung
Mit Philipp Mattern
29.5.2019, 19:00 Uhr, Raum 15/E16, Seminarstraße 20, 49074 Osnabrück

Gentrifizierung & Widerstand – Wer von Gentrifizierung redet, darf von Kapitalismus nicht schweigen
Mit Peter Nowak
5.6.2019, 19:00 Uhr, Raum 15/E16, Seminarstraße 20, 49074 Osnabrück

Besetzen: Eine Praxis gegen Verdrängung?
Mit Referent*innen der Kampagne #besetzen aus Berlin
11.6.2019, 19:00 Uhr, SubstzAnZ, Frankenstraße 25a

16.02.: Das politische Subjekt Frau – Vortrag mit Koschka Linkerhand

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Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe ‘Make feminism rad(ical) again’ findet ein Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand statt. Dieser basiert auf ihrem Beitrag im Sammelband ‘Feministisch streiten – Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen’, welches unter ihrer Herausgeberschaft im Querverlag erschienen ist.

+++ Es wird einen Büchertisch der Buchhandlung zur Heide (https://www.buch-zur-heide.de/) geben, an dem ihr das Buch ‘Feministisch Streiten’ und weitere Bücher aus dem Querverlag erwerben könnt+++

Das politische Subjekt Frau – Was kann ein materialistischer Feminismus leisten?

In einer Gesellschaft, in der sowohl Geschlecht als auch Arbeit immer flexibilisierter erscheinen und die Ungleichzeitigkeiten im Frauenbild augenfällig sind, hat der queere Feminismus der Vielfalt Konjunktur. Aber es bleibt ein Unbehagen: Können wir davon ausgehen, dass ein Feminismus, der fast ausschließlich mit Differenzen hantiert und sich an geschlechtlichen und sexuellen Identitäten abarbeitet, realpolitisch handlungsfähig ist? Fehlt hier nicht die Vermittlung der Vielfalt mit feministisch-materialistischer Gesellschaftstheorie, die historisch gewachsene und strukturelle Benachteiligungen erfassen kann? Um kritisch zu intervenieren und darüber hinaus utopisch produktiv zu sein, bedarf es einer Analyse des kapitalistischen Patriarchats.

Wie lässt sich also ein materialistischer Feminismus bestimmen, der mit dem politischen Subjekt Frau operiert, ohne die Differenzen und Widersprüche zu vernachlässigen? Welche politischen Felder müssen feministisch neu erobert und verteidigt werden – im Spannungsfeld zwischen politischer Nüchternheit und revolutionärer Hoffnung?

Das SubstAnZ hat einen barrierearmen Zugang und eine barrierearme Toilette.

Gegen Spülbecken und Lohnarbeit! – Feministische Veranstaltungsreihe

Feministische Veranstaltungsreihe vom 9.7. bis 24.7.2018

Antifeminismus ist auf dem Vormarsch. Von der AfD als Speerspitze des Rollbacks über Horst Seehofer und sein Heimatministerium bis hin zu Linksliberalen. Sie alle eint ein aggressiver Sexismus und eine Angst vor vermeintlicher Verweiblichung. Immer mehr stimmen in den Chor der Reaktionären ein, welcher laut „Genderwahn“ schreit.

Doch was ist es eigentlich, was jene Frauen- und Menschenfeinde antreibt? Diese Gesellschaft ist immer noch patriarchal. Frauen müssen nach wie vor die Reproduktions- und Sorgearbeit leisten und sich nun zusätzlich auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen. Auch wenn sich heute viele Akteure des bürgerlichen Lagers zu Feminismus oder zumindest zur sog. „Gleichstellung“ bekennen, heißt dies oft nicht mehr als die gleichberechtigte Integration in Lohnarbeitsverhältnisse als Erfüllung der Emanzipation. Entsprechende Ausprägungen des Mainstream-Feminismus zeigen, dass die feministische Bewegung – trotz der wichtigen errungenen Erfolge und des Widerstands – in weiten Teilen entschärft, einverleibt und in die kapitalistische Gesellschaft integriert wurde. Doch wie könnte eine feministische Offensive aussehen, die Zähne zeigt, bei allen Tücken nicht integrierbar ist und das Verhältnis von Patriarchat, Staat und Kapital ins Wanken bringt?

Im Rahmen der Vortragsreihe wollen wir uns mit Analysen und Perspektiven eines radikalen Feminismus auseinandersetzen: Wie kann eine materialistische Kritik am Patriarchat aussehen? Wo greift der bürgerliche Feminismus zu kurz und welche Möglichkeiten bestehen bzgl. einer Organisierung in Sektoren, wie etwa Pflege und Erziehung?

Termine:

09.07. / 19:00 Uhr / SubstAnZ
Hat der Kapitalismus ein Geschlecht?
Mit der Basisgruppe Antifaschismus (BA) Bremen

11.07 / 19:00 Uhr / Universität Osnabrück Raum 15/134
HIS-tory – Über die Dringlichkeit feministischer Klassenkämpfe
Mit dem Antifa AK Köln

17.07 / 19:00 Uhr / SubstAnZ
Die 24-Stunden Polin: Zur Situation Migrantischer Care-Arbeiter*innen in der BRD
Mit der FAU Münsterland

24.07 / 19:00 Uhr / Universität Osnabrück Raum 15/134
Die männliche Nation und die Angst vor der Verweiblichung
Mit Dr. Gabriele Kämper

Mobi- und Infoveranstaltung zu den Protesten gegen den TDDZ

Kurzmitteilung

Am 2. Juni 2018 wollen Nazis den sogenannten “Tag der deutschen Zukunft” in Goslar demonstrieren. Aus Osnabrück wird mindestens ein Bus zu den Gegenprotesten fahren.

In der Infoveranstaltung wird über den aktuellen Stand berichtet. Im Anschluss können Karten für den Bus für 10€ erworben werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Cafe Resistance am 15.Mai 2018 statt. Die Türen öffnen um 19 Uhr

06.03.: Vortrag “Rechte Aufmärsche in Europa – what’s the difference?”

 

Ein Vortrag von Sören Kohlhuber im Rahmen des Café Resistance – offener antifaschistischer Treff.

Rechte und neonazistische Aufmärsche gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Staaten. Manche sind größer, manche kleiner. Es gibt vieles was sich natürlich gleicht, doch auch starke Unterschiede.
Im Vortrag geht es vor allem um die Unterschiede im Vergleich zu den Aufmärschen hierzulande.
Wie zeigen sich die Neonazis? Wie viel Freiheiten genießen sie? Wie agieren antifaschistische Counterparts? Und wie reagieren staatliche Strukturen, allen voran die Polizei auf solche Aufmärsche und Gegenbewegung?

Sören Kohlhuber beobachtet seit mehr als sechs Jahren rechte Aufmärsche in Deutschland und zuletzt auch in Europa. Er wird Beispiele aus Ungarn, der Schweiz, Schweden und Finnland anbringen, um zu zeigen wie breit sich Proteste und staatliches Handeln aufstellen können.

Eintritt frei.
Das SubstAnZ ist ab 19 Uhr geöffnet.
Vortragsbeginn: 19:30 Uhr.

Der Neujahrsempfang

Freunde und Freund*innen der befreiten Gesellschaft
Likos präsentiert: Der Neujahrsempfang

In gemütlicher Atmosphäre wird wieder ein glamouröses Programm zum besten gegeben:
Von Powerpoint-Karaoke über Berichte die Karl Marx Wohnzimmer betreffen bis hin zu den Bierkrawallen und was Friedrich Engels darüber dachte, sowie weiteren belustigenden Überraschungen.
Das Ganze selbstverständlich bei angenehmer Musik, Sekt, Wein, Bier, Schnittchen und vielleicht noch weiteren Genussmitteln.
Außerdem wollen wir natürlich zur Diskussion einladen und eine Reihe an Infomaterialien präsentieren.

Der Veranstaltungsort hat einen barrierearmen Zugang, sowie eine barrierearme Toilette.

SubstAnZ (Frankenstraße 25a), 02.02.18, Beginn 20:00 Uhr

05.12.17: Vortrag: 1917 – Anfang und Ende des Kommunismus? feat. Daniel Kulla

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Kommunismus als Schlagwort der allgemeinen Emanzipation – durch Überwindung der Klassengesellschaft und die Herstellung eines gleichen Zugangs zum gesellschaftlichen Reichtum – datiert schon zurück ins 19. Jahrhundert. Die Kommunistischen Parteien hingegen formierten sich unter diesem Namen erst nach dem revolutionären Geschehen in Rußland im Jahr 1917 – und zwar als Vertreter einer ganz bestimmten Interpretation und ganz bestimmter Konsequenzen aus den Ereignissen dieses Jahres. Der Vergleich der verschiedenen Geschichtsschreibungen hilft zu entscheiden, inwieweit sich das Projekt der Überwindung von Kapitalismus und Herrschaft heute auf historische Positionierungen, äußere Erscheinung und konkrete Politikformen der Kommunistischen Parteien beziehen läßt. Ist die Distanzierung von der Vergangenheit bequem oder konsequent? Gibt es eine Entscheidung zwischen Kommunismus als Ziel und kommunistischer Bewegung?

Vor 100 Jahren brachen in weiten Teilen der Welt Revolutionen aus, die die herrschaftliche Ordnung zutiefst erschütterten. Wie in seinem Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” zeigt Daniel Kulla, wie in der Rückschau hinter einer Jahreszahl und einem großen Namen ein weitreichendes Aufstandsgeschehen verschwunden ist. Übrig blieb die Siegergeschichtsschreibung der verschiedenen Strategien, diese Aufstände und Aneignungsbewegungen zu zerschlagen, zu vereinnahmen oder sich zumindest an ihre Spitze zu setzen. Von den landesweiten Enteigungen und den überall sich bildenden Räten in Rußland blieb das historische Datum der Machtübernahme der Leninschen Fraktion der Sozialdemokratie (vom März 1919 in Deutschland blieben die sozialdemokratischen und kommunistischen Vereinnahmungsgeschichten und die faschistische Propaganda). Von den erbitterten Auseinandersetzungen über den richtigen Weg zum Kommunismus und die Führung der Bewegung blieben die bis heute untereinander aufs Messer verfeindeten reformistischen, stalinistischen, maoistischen, trotzkistischen, anarchistischen und rätekommunistischen Traditionen.

Wie läßt sich die revolutionäre Geschichte, die in all diesen Erzählungen wie abseits von ihnen zu finden ist, in diesem oder in den kommenden Jahren auf den Tisch bringen? Historical reenactment der Kämpfe, Streiks und Besetzungen an jedem Ort, wo sich das organisieren läßt? Oder doch erst die Schaffung von Zusammenschlüssen, die mehr Interesse an dieser Geschichte wecken?

Danie Kulla ist deutscher Schriftsteller und Journalist. Er war kurz Chefredakteur der sächsischen Jugendzeitschrift SPIESSER und veröffentlicht u. a. Bücher über Rausch und Verschwörungsideologien. Außerdem schreibt er für die Zeitschrift Konkret.
https://www.classless.org/

Eine Veranstaltung der Libertären Kommunist*innen Osnabrück {LIKOS}. In Kooperation mit der Hochschulinitiative Infoladen.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Café Résistance – offener antifaschistischer Treff Osnabrück.
Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer Vortragsreihe:
“Zurück in die Zukunft. Zur Geschichte der radikalen Linken” statt

Veranstaltungsort:
SubstAnz Osnabrück
Frankenstr. 25a
49082 Osnabrück
Der Veranstaltungsort hat einen barrierearmen Zugang, sowie eine barrierearme Toilette. Der Raum ist rauchfrei

Zurück in die Zukunft. Veranstaltungsreihe zur Geschichte der radikalen Linken.

Zurück in die Zukunft. Veranstaltungsreihe zur Geschichte der radikalen Linken organisiert von den Libertären Kommunist*innen Osnabrück {LIKOS}. Im Rahmen der Reihe wird es zwei Vorträge und einen Film geben. Alle Veranstaltungen finden im SubstAnZ statt.

Vortrag: Die sozialrevolutionäre Klassenlinke

Dienstag 28.11 – 19:00 Uhr (Ankündigungstext)

Vortrag: Oktoberrevolution 1917 – Anfang und Ende des Kommunismus? feat. Daniel Kulla

Dienstag 05.12 – 19:00 Uhr (Ankündigungstext)

Film: Wir brauchen keine Erlaubnis. Die Arbeitskämpfe bei FIAT

Montag 18.12 – 19:00 Uhr (Ankündigungstext)

18.08.: Vortrag “Wählen ist verkehrt!” – von Freerk Huisken

Vortrag und Diskussion mit Freerk Huisken

Beginn: 19 Uhr

“Auch im Superwahljahr 2017 gilt:
Wählen ist verkehrt!

Gemeinhin steht das höchste demokratische Recht beim Volkssouverän nicht im allerbesten Ruf. Es ist sehr die Frage, ob die Bürger die Wahl überhaupt vermissen würden, wenn sie für den September nicht angesetzt worden wäre. Weisheiten der Art, dass das Wählen ja eh nichts ändert und dass ‚die da oben sowieso machen, was sie wollen’, sind Gemeingut weit über kritische Zirkel hinaus.
Je näher der Wahltermin rückt, desto leiser werden freilich bei vielen diese abschätzigen Stellungnahmen. Desto mehr setzt sich der Standpunkt durch, dass man auf den – wenn auch sehr kleinen – Einfluss, den man mit einer Wahlstimme auf die Staatsmacht ausübt, nicht verzichten darf.

Der knappe Ausgang des Brexit-Referendums und der Wahl von Donald Trump sowie der im europäischen Superwahljahr drohende Aufstieg von nationalistischen, EU-feindlichen Parteien in allen Mitgliedsländern sollen dafür so etwas wie ein überzeugendes Argument liefern: Hätten mehr junge Briten, die eher pro-Europa sind, und mehr linke Amerikaner von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, wäre nicht Trump heute US-Präsident, sondern Hillary Clinton, und der Brexit stände heute nicht auf der Tagesordnung der EU. So wird da gedacht. Wie im Rest der EU sehen es auch viele Deutsche in der Septemberwahl als ihr Interesse und ihre Aufgabe an, den Rechtspopulisten und Nationalisten, den Ausländer- und EU-Feinden besonders von der AfD den Weg zur Macht zu versperren.
Mag es Zweifel geben, ob eine Wahlbeteiligung positiv eine Änderung der Politik im Sinn des Wählers bewirkt, negativ als Instrument zur Verhinderung der Machtergreifung der Falschen, soll sie schon ertwas taugen.
Allerdings stellt sich die Frage, wofür so ein Wähler eigentlich Partei ergreift, wenn er mit der Absicht, die AfD zu stoppen, sein Wahlkreuz setzt. Wie taucht das eigene Wahlmotiv im Wahlakt, im Wahlresultat und später in der Politik der gewählten Partei auf? Verhält es sich nicht so, dass man sich auf diese Weise, also per Beteiligung an der demokratischen Wahl gar nicht anders vor der Herrschaft der rechten Nationalisten schützen kann, als dass man der Machtergreifung einer anderen, zum „kleineren Übel“ erklärten Partei und deren politischer Herrschaft über sich zustimmt?”