27.06.: NO-Border-Camp in Thessaloniki. Infoveranstaltung & Erfahrungsbericht

Der Neoliberalismus hat sich heute weltweit durchgesetzt. Es wird immer deutlicher, dass sich die kapitalistischen Verhältnisse auf diese Art zugespitzt und dass Nationalismus und das Patriarchat sich gleichzeitig verstärkt haben. Zäune und Grenzen werden sowohl im physischen Raum, wie auch in den sozialen Beziehungen und entlang der Identitäten der Menschen errichtet. Trotz alledem produzieren die Bewegungen und grenzüberschreitenden Kämpfe der Migrant*innen ständig Brüche im System.
Vor dem Hintergrund sich zuspitzender militarisierter Konflikte und der aktuell starken Fluchtbewegung über die sogenannte Balkanroute reagiert Festung Europa mit Abschottung: Grenzschließungen im Schengenraum. Massive Militarisierung der EU-Außen- und Binnengrenzen. Massensterben im Mittelmeer. Ausufernder Repressionen gegen Menschen auf der Flucht und solidarische Aktivist*innen. Asylrechtsverschärfungen am laufenden Band. Inhaftierungen. Abschiebungen.
Die sozialpolitische Situation in Griechenland ist derzeit noch prekärer, als ohnehin schon durch die Austeritätspolitik. Nachdem Mazedonien Mitte April die Grenze komplett dicht gemacht hat, sitzen nun über 50 000 Menschen in Griechenland fest. Die seit Ende Mai geräumte Schienenbesetzung in Idomeni stellte dabei monatelang einen Kristallisationspunkt dar, an dem Grenzregime, Repression und Polizeigewalt sichtbar wurde. Auch jetzt noch schaffen es viele, unter Lebensgefahr Grenzen zu überwinden; noch vielmehr jedoch werden inhaftiert, in Abschiebezentren gesteckt und in die Türkei abgeschoben – auf gesetzlicher Grundlage des Türkei-EU-Deals.

No Border Camps sind schon lange Teil der Protestbewegung gegen Grenzregime und anderen Unterdrückungsmechanismen. Es kann eine Gelegenheit bieten, Rassismus, soziale Ausgrenzung, Partriachat, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus etc. eine Opposition entgegenzubringen.

In Thessaloniki werden Menschen aus verschiedenen, transnationalen sozialen und politischen Kämpfen und mit unterschiedlichen gesellschaftlich geprägten Hintergründen zusammenkommen. In selbstorganisierten, horizontalen, basisdemokratischen Strukturen soll transnationale Vernetzung, Diskussionen, Workshops, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen an Grenzen, Abschiebeknästen, der Innenstadt und weiteren Schauplätzen stattfinden.
Solidarische Begegnungen und Kämpfe müssen gestärkt, stabile Strukturen aufgebaut und den herrschenden Verhältnissen Widerstand entgegengebracht werden.

Am 27.06 wird es eine Infoveranstaltung zum Camp geben. Es wird über die aktuelle Situation, die Ziele des Camps und über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Anreise informiert und diskutiert werden. Außerdem wird es einen Erfahrungsbericht vom Beyond Europe Camp geben, welches vergangenes Jahr ebenfalls in Griechenland stattfand.

Eine Veranstaltung von:

Libertäre Kommunist*innen Osnabrück [LIKOS] & Open Border Osnabrück.
In Kooperation mit der Hochschulinitiative Antifaschismus

Informiert Euch, unterstützt die Organisation des Camps, fahrt hin!

contact@noborder2016.com
noborder2016.espivblogs.net noborder.beyondeurope.net

Veranstaltungsort:
Der Veranstaltungsort hat einen barrierearmen Zugang, sowie eine barrierearem Toilette. Der Raum ist rauchfrei.

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