15.09.: VORTRAG: “Der NSU-Komplex”

Zum aktuellen Stand der Aufklärung im NSU-Komplex

Seit über zwei Jahren läuft in München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU. Ende 2014 hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss in NRW seine Arbeit aufgenommen, seit August werden Zeug_innen vernommen. 15 Jahre nach dem Beginn der rassistischen Mord- und Anschlagsserie des NSU sind durch den Prozess und mehrere Untersuchungsausschüsse viele Informationen und Erkenntnisse rund um den NSU und seine Taten verfügbar. Zentrale Fragen sind jedoch alles andere als beantwortet. Gerade zur Verstrickung staatlicher Strukturen kommt immer wieder Skandalöses ans Licht, von „rückhaltloser Aufklärung“ kann jedoch nicht gesprochen werden. Noch immer ist die Rolle von Andreas Temme, damals Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes, der sich zum Zeitpunkt des Mordes an Halit Yozgat in Kassel am Tatort aufhielt, ungeklärt. Die durchaus skandalöse V-Leute-Praxis der verschiedenen Verfassungsschutzämter dringt durch die Untersuchungsausschüsse und den Prozess an die Öffentlichkeit. Aber auch die rassistisch geprägten Ermittlungen gegen die Opfer der Bombenanschläge und die Angehörigen der Mordopfer und der institutionelle Rassismus in den Behörden sind zentrale Aspekte im NSU-Komplex.

Der Vortrag wirft einen Blick auf den Prozess in München und die Arbeit des Untersuchungsausschusses in NRW. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Rolle staatlicher Behörden, insbesondere des Verfassungsschutzes, und dem institutionellen Rassismus.

Die Referentin Christiane Ritter arbeitet in der Initiative NSU-watch NRW mit.

Los geht es um 19:00 Uhr.

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